Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen

Im Jahre 2000 auf blickten wir auf 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Steinwiesen zurück.
Diese Chronik soll ein Dank für die Männer der ersten Stunde, und alle diejenigen die zum Aufbau der Feuerwehr in Steinwiesen geholfen haben, sein.

Aus der Vorgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen liegt vieles im Dunkeln.
Zwei Weltkriege, die über uns hinweggingen, haben das ihre dazu beigetragen.

Fest steht, dass es im Jahre 1874 schon Männer für einen Brandschutz gab.
Dies zu lesen in einem Schreiben des Königlichen Bezirksamtes Kronach vom 24.02.1875
Am 30.07.1875 waren es fünf Männer, die sich zusammenfanden um die Freiwillige Feuerwehr Steinwiesen zu gründen,
zwecks "Hilfeleistung bei Brandfällen".
Der erste Vorstand war Johann Beierkuhnlein, der später von einem neuen abgelöst wurde.

Mit Urkunde (nachfolgend) wurde die Freiwillige Feuerwehr Steinwiesen am 01.08.1875
in die Grundliste des Bayrischen Landes - Feuerwehr - Verbandes eingetragen

Gründungsurkunde

Soweit sich feststellen lässt, war erster Hauptmann (heute Kommandant) Simon Hellgeth,
Schlossermeister.
Durch Neuwahlen am 05.06.1876 wurde Johann Simon, Wagenmeister, Hauptmann.

Noch war die Freiwillige Feuerwehr Steinwiesen sehr jung. Schon wurde ihr am 12.07.1876
von Unterrodach (Hauptmann Georg Rupp) mitgeteilt, dass der Bezirksfeuerwehrverband Kronach hiermit bekanntgebe,
"die Freiwillige Feuerwehr Steinwiesen wird am Samstag 14.08.1876 nachmittags ½ 3 Uhr inspiziert".
Grosse Sorge hatte man mit der Anschaffung der Ausrüstungsgegenstände, die zum grossen Teil
von der Feuerwehrkasse bestritten wurden. Immer wieder musste aber die Gemeinde über das
Bezirksamt Kronach aufgefordert werden, die restlichen Schulden zu übernehmen und die Zahlung
anzuweisen.

Wie aus einer Einladung zu einer Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen
vom 09.03.1877 hervorging, waren es jetzt 36 aktive und passive Mitglieder.

Am 06.05.1877 wurde Herr Lehrer Panzer mit 16 Stimmen der Vorstandschaft einstimmig zum neuen Vorstand gewählt.

Die Geselligkeit kam in dieser Zeit auch nicht zu kurz. Man freute sich in
kameradschaftlichen Zusammenkünften, wobei man die Feuerwehrmänner immer wieder
auf ordentliches und anständiges Betragen aufmerksam machte.
Auch viel Unschönes war zu berichten, das im Laufe der Zeit das Auf und Ab der
Freiwilligen Feuerwehr bestimmte. Doch immer wieder war der Geist "anderen zu Helfen" stärker.

Im Jahre 1881 wurde eine zweite Löschmaschine angeschafft, die heute noch im Besitz der Feuerwehr ist.

Löschmaschine

Von Bränden blieb aber auch die Gemeinde Steinwiesen nicht verschont. So liegt ein Brandbericht
aus 1881 noch heute bei unseren Akten und zeugt von grossen Mühen und Sorgen eines Feuerwehrkommandanten.

Ab hier fehlen uns Aufzeichnungen in jeder Form. Aus mündlicher Überlieferung wissen wir noch,
dass um 1896-1897 die jetzige Fahne angeschafft und geweiht wurde. Die Fahne selbst wurde in Handarbeit
von Frl. Elisabeth Hellgeth hier im Ort angefertigt.
Zu dieser Zeit musste auch Josef Hellgeth Kommandant gewesen sein.
Um 1900 tauchten Namen auf wie Hannabecken Hans, Jacob Gremer, Paul Porzel.

Aus Gemeindeakten vom 30.01.1910 fanden wir wieder eine Vorstandschaft.
Vorstand Johann Stöcker, Wirt /Kommandant J. Kolb, Gastwirt

Nun kam der Weltkrieg 1914-1918 und die anschliessend schlechte Zeit der Inflation.
Aus mündlicher Überlieferung wissen wir:
Vorstand Joh. Stöcker, Wirt / Kommandant Jakob Gremer, Schneider.
Weitere Aufzeichnungen fehlen auch hier bis Anfang der dreissiger Jahre.
Nur die Brände sind den Leuten in der so schlechten Zeit im Gedächtnis geblieben, wie:
1921 Porzellanfabrik, wo man das Wasser noch mit Eimern herbeischleppte,
1922 bei Nixen und Eisenhammer,
1923 Pulla Schneider,
1925 Klingersmühle,
1928 Auto-Michel,
1930 Wasserbeck, dies war auch gleichzeitig die Feuertaufe der neugebauten Wasserleitung.

In der darauffolgenden Zeit, die Zeit des Dritten Reiches, waren oft schnelle Führungswechsel.
Viele Feuerwehrmänner wurden wegen Ihrer Parteizugehörigkeit ausgeschlossen, da dies eine grosse
Rolle spielte.
Auch die Zeit war mit vielen Bränden gekennzeichnet, die die Feuerwehr Steinwiesen immer wieder
vor neue Aufgaben stellte...
1932 Michel Josef (Seffa Babela),
1934 Walter (August),
1935 Holzmann Andreas und das Spritzenhaus,
1936 Maxen Seppe, Kuhlesmühle.

Interessant ist auch eine Inventarliste des Spritzenhauses vom 11.01.1937:
29 Schlauchlängen komplett,
5 komplette Storzkapselungen,
8 Strahlrohre für Storzkapselungen,
3 Strahlrohre mit Gewinde,
3 Unterflurhydranten,
1 Hydrantenschlüssel für Unterflur,
2 Oberflurhydrantenschüssel,
1 Feuerleiter,
1 Feuerhaken mit zwei Stützen,
1 Schlauchhaspel,
1 Schlauchwinde,
1 Tragbahre,
1 Feuerspritze mit einem Sauger,
3 Ansaugrohre
3 Schlüssel.

Durch Verordnung wurde am 29.05.1943 eine Tragkraftspritze (von Rosenbauer) von der Gemeinde
Steinwiesen gekauft und im Dezember 1943 der dazugehörige Tragkraftspritzen-Anhänger.

Dem zweiten Weltkrieg brachte auch die Freiwillige Feuerwehr Steinwiesen viele Opfer an Gefallenen
und Vermissten. Als die Waffen 1945 schwiegen, waren erneut Männer am Werk, wie Andreas Stöcker (Schmied),
Josef Michel (Wagner Seppe), Josef Bienlein, Egid Beierwaltes usw., die für eine Neuordnung der
Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen Sorge trugen.
Der erste Kommandant nach dem Krieg war Andreas Stöcker

Im Juni 1950 feierte die Freiwillige Feuerwehr Steinwiesen ihr 75-jähriges Gründungsfest. Das erste Fest
nach dem Krieg. In einer Zeit mit vielen Fragezeichen, von den Einwohnern aber sehr gut aufgenommen.
Die Einnahmen des Festes diente zum Kauf neuer Uniformen.

Die Vorstand-Neuwahlen am 10.01.1960 gaben Hans Förtsch das Vertrauen, die Geschicke der
Freiwilligen Feuerwehr zu leiten.
Die Generalversammlung am 13.01.1963 -und auch das folgende Jahr- stellte uns vor neue Aufgaben.
Durch Überlastung stellte Kommandant Franz Gremer nach 15jähriger Aufbauzeit sein Amt einem Jüngeren
zur Verfügung. Die Wahl entschied Ludwig Ströhlein als neuen Kommandanten, Stellvertreter wurde
Baptist Beierwaltes.

Im Sommer 1963 kaufte die Gemeinde ein neues Löschfahrzeug, ein LF 8-T.S. Margirus.
Am 11. 01.1964 wurde Walter Dressel neuer Vorstand.
Am 26.04.1964 Weihe der renovierten Fahne.
Am 27.12.1964 wurden zwei Gruppen mit dem Leistungsabzeichen in Bronze ausgezeichnet,
ein Verdienst des eifrigen Kommandanten Ströhlein.

Das Hochwasser, das auch zum Sorgenkind der Freiwilligen Feuerwehr gehört, gab viel Arbeit auf.

Seit 1970 beschäftigte sich die Freiwillige Feuerwehr, sowie die Gemeinde Steinwiesen mit dem Bau
eines neuen Feuerwehrhauses. Da das jetzige den Anforderungen nicht mehr entsprach.
Am 13.1.1974 wurde Alfons Beierschoder neuer Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen.
Beim 100-jährigen Gründungsfest vom 18.-21.Juli 1975 wurde der berechtigte Wunsch nach einem
Feuerwehrgerätehaus erneut laut, da die Unterbringung der Fahrzeuge langsam zur Katastrophe wurde.
Durch die Gebietsreform im Jahre 1978 wurde Steinwiesen zur Grossgemeinde (mit Neufang, Birnbaum und Nurn)
und die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr wurden immer grösser und grösser.

Die schnellen Fortschritte der Technik nach dem Krieg machten auch nicht halt im Feuerlöschwesen,
in der Unfallrettung und Katastrophenhilfe. Um die Männer zu unterrichten, wurde im Untergeschoss
der neuen Volksschule ein Schulungs- und Unterrichtsraum in Eigenleistung ausgebaut.
Im Sommer 1976 wurde ein neuer Unterrichtsraum, diesmal im Feuerwehrhaus eingerichtet.

23.03.1976: Scheunenbrand im Remitzhof. Man merkte, dass es ohne genügend Motorfahrzeuge nicht mehr
möglich war, optimale Hilfe zu leisten.
29.04.1976: Erste Gespräche über eine Rettungsschere
30.03.1977: Der Landkreis übergab der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen eine Rettungsschere für
überörtliche Unfallhilfe 08.01.1978: Neuer Kommandant wurde Erwin Müller. Bisheriger Kommandant Ströhlein wurde später aufgrund
seiner Verdienste für die Feuerwehr zum Ehrenkommandanten ernannt.
07.01.1979: Neuer Vorstand wurde Arnold Göppner, da der alte Vorstand sich nicht mehr zur Wahl stellte.
Erste Stimmen um ein neues Feuerwehrauto wurden laut, aber wer sollte das bezahlen... ?

Aufgrund der immer mehr werdende Sondergeräte zur Rettungsschere reichte der VW-Bus nicht mehr aus.
Im Sommer 1981 wurde deshalb ein ausgesonderter Rettungswagen vom Roten Kreuz gekauft,
der in 300 unentgeltlichen Arbeitsstunden umgebaut wurde.
10.1.1982: Erste freudige Nachricht in der Hauptversammlung von Bürgermeister Renk:
Das alte Brauhaus, das unter Denkmalschutz steht, darf abgerissen werden.
Neue Hoffnungen werden in uns wach, denn nach über 12-jährigem Warten auf ein neues Gerätehaus
verliert man langsam den Mut.

9.1.1983: Mit überwältigender Mehrheit wurden Kommandant Erwin Müller und sein Stellvertreter
Günter Deuerling wiedergewählt. Neuer Schriftführer wurde Wolfgang Müller. Kassier
Erhard Kuhnlein (seit 1954 als Kassier tätig) lässt sich in Anbetracht der mit dem Bau des neuen
Feuerwehrgerätehauses verbundenen Aufgaben noch einmal als Kassier wählen. Erhard Kuhnlein wird Später
zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr ernannt.

1.8.1983: 19.30 Uhr ein Gewitter, ein Blitz, und in Birnbaum brannte eine Scheune.
Das Feuer sprang über und zuletzt brannten 8 Scheunen und viele Nebengebäude.
Die Wohnhäuser konnten abgeschirmt und gerettet werden. 18 Feuerwehren mit ca. 250
Feuerwehrmännern waren mehr als 15 Stunden im Einsatz. Es war grauenvoll, so ein Inferno
mit anzusehen. Trotz modernster Technik und der grossen Zahl an Feuerlöschfahrzeugen im
Landkreis lassen auch im 20. Jahrhundert solche Katastrophen nicht verhindern.

Anfang Oktober 1983 wurde der grosse Traum der Freiwilligen Feuerwehr Steinwiesen war und
mit dem Aushub der Baugrube für das neue Feuerwehrhaus begonnen.
Am 03. und 04.08.1984 musste das derzeitige Feuerwehrhaus, das über 60 Jahre treue Dienste
getan hat, abgerissen werden.
Nach eineinhalbjähriger Bauzeit konnte am 27.07.1985 der Schlüssel durch Bürgermeister Renk
übergeben werden. Pfarrer Böhlein und Pfarrer Ernst gaben dem fertigen Feuerwehrgerätehaus
den Kirchlichen Segen. Das lange Warten hatte sich gelohnt. 3000 freiwillige unentgeltliche
Arbeitsstunden wurden von den Männern der Feuerwehr getätigt bei Brauhausabriss, Gerätehausabriss
sowie beim Innenausbau. Gleichzeitig wurde das 110-jährige Bestehen mit einem Festkommers,
Festgottesdienst sowie einem Tag der offenen Tür gefeiert.
Auch wurde mit einer Spendenaktion "Notruf 112" ein neuer VW-Mannschaftsbus finanziert.

Am 27. Oktober 1985 stand ein weiteres grosses Ereignis bei der unserer Wehr an:
Die Weihe und Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeuges TLF 16/25.
Gleichzeitig wurde Feuerwehrneuland betreten, mit der Ausbildung der Wehrmänner
mit umluftunabhängigem schwerem Atemschutz. Die Verantwortung hierfür wurde Gerhard Welsch
übertragen. Die Stellvertretung übernahm Hans Schneider.

Am 15.03.1987 wurde Kamerad Gerhard Welsch zum Kreisbrandmeister des Unterkreises Zwei ernannt.

Am 16.06. gegen 15.45 wurde unsere Wehr zur Brandbekämpung in die Frankenwaldstrasse gerufen.
Trotz dem Einsatz mehrerer Feuerwehren brannte ein altes Frankenwaldhaus, das als Pfadfinderheim
genutzt wurde und zwei angrenzende Scheunen völlig aus.Für die überörtliche technische Hilfeleistung,
dem Rettungsschereneinsatz, war erneut ein Fahrzeug von Nöten und so wurde am 25.11.1989 ein VW-Kastenwagen Syncro Allrad eingeweiht.

Eine wiederum eigens ins Leben gerufene Spendenaktion erbrachte 1992 die Stille Funkalarmierung.
Kosten ca. 40.000 DM. 40 Funkmeldeempfänger gewährten ab hier die stetige Einsatzbereitschaft der Wehrmänner.

Bei den Neuwahlen am 10.01.1993 wurde Günter Deuerling zum ersten, Herbert Wessel zum zweiten und
Matthias Simon zum erstmals eingesetzten dritten Vorstand gewählt.

Am 10. September 1993 wurde eine Jugendgruppe mit 10 Jugendlichen und ihrem Gruppenführer Andreas Klinger
gegründet.

Im Januar 1994 wurde bei der Firma Metz in Karlsruhe ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit
Heck- und Zusatzpumpe, 600 Liter Wassertank und schwerem Atemschutz abgeholt.
Das bisherige LF 8, unsere "Emma" ging nach 30 zuverlässigen Dienstjahren in den Ruhestand.

Am 16. September 1994 absolvierte erstmals eine Steinwiesener Jugendgruppe das Leistungsabzeichen
der Stufe 1 in Bronze.

Am 20.11.1998 gegen 8.55 Uhr wurde unsere Wehr wieder zu einem Brand in die Frankenwaldstrasse gerufen.
Diesmal brannte ein zweistöckiges Wohnhaus völlig aus. Der Sachschaden betrug ca. 200.000 DM. Bei
Eintreffen der Wehr konnte nur noch ein Übergreifen auf benachbarte Anwesen verhindert werden.
Die Bewohnerin des Hauses wurde bereits von Nachbarn befreit, erlag jedoch später im Krankenhaus ihren Verletzungen.
Ihre beiden Kinder konnten sich leichtverletzt selbst retten.

Bei der Weihnachtsfeier des Atemschutzes am 10.12.1999 übergab Bürgermeister Gerhard Wunder der
Atemschutzgruppe Steinwiesen 20 neue Schutzanzüge der Ausführung Euro 2000(HUPF)

Es folgte im Jahr 2000 unser 125 - jähriges Gründungsfest.
Hier die Ehrendamen:

Ehrendamen
von links
Kerstin Simon, Carolin Müller, Nicole Thümmel, Katrin Kuhnlein, Anika Simon, Katja Schmidt, Carola Müller, Bettina Schneider
Bildquelle: Steffen Beyer